Was wir tun

Gut begleitet durch den Sommer

Vom Rollstuhl aus gestaltet sich schon der Alltag schwierig, aber noch viel mehr muss bedacht werden, wenn es um Ausflüge, Museums-besuche oder Reisen geht. Dann werden helfende Hände gebraucht.

Vom Seniorenwohnheim Landhaus Horn bis zum Rhododendronpark ist es beispielsweise nur ein Katzensprung – für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ist es jedoch ein weiter Weg. Und so freuten sich die acht Bewohnerinnen des Landhauses an der Schwachhauser Heerstraße über die tatkräftige Unterstützung der Jugendlichen, die ihnen zu einem Ausflug in den Park verhalfen. Vermittelt von der Anneliese-Loose-Hartke-Stiftung hatten sich in der Fatih- und der Mewlana-Moschee sowie im Sportgarten und in der evangelichen Gemeinde Horn spontan junge Leute bereit erklärt, die Seniorinnen durch den Park zu fahren. Für die Hinfahrt hatte die Stiftung rollstuhlgerechte Transportfahrzeuge organisiert, zurück ging es unter der Begleitung von Kontaktpolizist Ulrich Bergemann ohne Auto.

„Solch eine Aktion sollte als gesellschaftliche Aufgabe anerkannt werden“, fand Bünyamin und sein Nebenmann Selcuk war bereits zum zweiten Mal dabei. „Die Älteren haben viel zu erzählen“ war Muhammeds Erfahrung und Lena gab zu bedenken, „dass wir auch einmal alt werden.“ Für die Seniorinnen hat ein solcher Ausflug schon Tradition: „Ich genieße das jedes Mal und spende auch für die Stiftung“, sagt Rena Hanke und Elfriede Schomeyer hat der Ausflug „großen Spaß“ gemacht – in aller Ruhe, ohne Stress. Die Mehrzahl der Jugendlichen entdeckte auf dieser Ausfahrt ein besonders schönes Stück Bremen ganz neu, während bei den Seniorinnen viele Erinnerungen wach wurden. Auch in diesem Jahr soll es wieder Rollstuhlausfahrten geben.

Im Vorstand der Stiftung hofft man, dass das Beispiel Schule macht und sich auch in anderen Bremer Stadtteilen Menschen finden, die ähnliche Unternehmungen - wortwörtlich - anschieben. Ziel der Anneliese-Loose-Hartke-Stiftung ist es, Menschen zu helfen, ihre Würde zu bewahren und Einsamkeit zu überwinden.

Ehrenamtliche auszeichnen

Initiative Letztes Geleit

Anneliese Loose-Hartke hat sich freiwillig und ehrenamtlich um Mitmenschen gekümmert, die Unterstützung brauchten. Die Stiftung, die ihren Namen trägt, zeichnet in jedem Jahr Menschen, Initiativen und Organisationen aus, die das Gleiche tun. Sie werden mit einem Festakt im altehrwürdigen Bremer Rathaus geehrt.

Am 13. Mai 2012 werden im Rahmen der Messe Bremen alt erleben Menschen geehrt, die einsam Verstorbene auf dem Weg zum Grab begleiten. Bisherige Preisträger waren:

2007
die Ehrenamtlichen der Bremer Freiwilligenagentur,
2008
der “Palliativ- und Hospiz-Verband Bremen”
2009
die Grünen Damen und weitere freiwillige Helferinnen und Helfer in Krankenhäusern und Altenheimen
2010
die Besuchsdienste in Bremer Religionsgemeinschaften
2011
Lesehelferinnen und -helfer in Grundschulen

Weihnachten feiern

Niemand soll in Bremen am Heiligen Abend allein sein, der nicht allein sein will: In zahlreichen Stadtteilen haben auch 2011 freiwillige Teams eine Feier am Heiligen Abend vorbereitet – über Generationen, Konfessionen und kulturelle Zugehörigkeit hinweg. Alle Menschen sind dazu herzlich eingeladen. Der organisatorische Rahmen, die finanzielle Unterstützung und die Hilfe bei der anfallenden Öffentlichkeitsarbeit werden von der Stiftung gewährleistet.

Die Vorbereitungsteams finden sich im Herbst zusammen, planen gemeinsam den Abend und verteilen Aufgaben: Handzettel im Stadtteil verteilen, vielleicht etwas backen, ein kleines Rahmenprogramm, eine stimmungsvolle Dekoration und einen Imbiss vorbereiten – gern genommen wird da zum Beispiel der Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen.

Am 19. April 2012 sind die Vorbereitungsteams mit einer Dankeschönfeier im Rathaus belohnt worden. Bei Musik, Suppe und Getränken sowie lobenden Worten haben sie einen anregenden Abend verbracht.


© 2012 Anneliese Loose-Hartke Stiftung · Impressum